ABE Vorschriften

Diese Liste ist nach offiziellen Angaben der Fachpresse und diverser Herstellerangaben gefertigt worden. Diese Liste ist ohne Gewähr und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit

Grundsätzliche Info zu Leistungsdaten:
Jeder Fahrzeughersteller der ein Fahrzeug in den Strassenverkehr bringt, muß eine Homogolation sprich eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) erlangen. Hierbei werden verschiedene nationale und internationale Bestimmungen beachtet - wobei nationales Recht immer vor internationalem recht steht.

Im einzelnen bedeutet das:
Abgaswerte - Geräuschwerte - Leistungsbegrenzungen - Beleuchtungseinrichtungen -Signaleinrichtungen - Schutzeinrichtungen (aktive/passive Sicherheit) um einige Bestimmungen zu nennen.
Durch immer schärfere Emissionsbestimmungen werden den Herstellern die Vorgaben zur Homologation immer schwerer gemacht. Will er am bewährten Konzept festhalten und keine grundlegenden Änderungen durchführen geht dies immer zu lasten der Leistung durch geänderte Vergaserbedüsungen, Endübersetzungen, Auspuff-/Luftfiltersysteme und Zündzeitpunkt Einstellung.
So verliert ein Fahrzeug im Laufe der Baujahre immer mehr von der ursprünglich konstruierten Leistung.
Dies ist anhand der erstellten Liste nachzuvollziehen.

Zulassung eines Fahrzeuges in der Bundesrepublik Deutschland:
Ein erstmalig in den Strassenverkehr gebrachtes Fahrzeug bekommt vom Importeur und dem entsprechenden Strassenverkehrsamt (Zulassungstelle) eine ABE. Diese ABE beinhaltet in der Regel das nationale Recht und muß der StVZO in der gültigen Fassung entsprechen. EG-Recht oder Änderungen sind hier nicht zulässig außer der Importeur (Fahrzeughersteller) hat hier eine Ausnahmegenehmigung oder sogar eine EG-Zulassung nach EG-Recht für das Fahrzeug.
Beispiel:
Ein Motorradfahrer mit einer Yamaha Fazer bekam Ärger im TÜV da das Fahrzeug über ein doppeltes Bremslicht und eine unzureichende hintere Radabdeckung verfügte. Der Fahrzeughalter kaufte diese Maschine aber hochoffiziell bei Yamaha Deutschland und hat eine ABE nach nationalem Recht mit dem Nachtrag I und II. Hier hat der TÜV-Prüfer zu schnell entschieden ohne die ABE des Herstellers zu prüfen - denn der Hersteller hat für diese Fazer Typ RJ02 eine entsprechende Genehmigung mit folgendem Wortlaut: Für die Radabdeckung der FZS, Typ RJ02, liegt die folgende Genehmigung vor: Maße und Abmessungen : e1 93/93-0032 Ext. 00. Die kurze Radabdeckung ist mit ABE H988 für den Typ RJ02 vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt.

Technische Änderungen am Fahrzeug:
Grundsätzlich darf alles an Zubehör und Tuningteilen verkauft und am Fahrzeug angebracht werden. NUR IST DER BETRIEB IM BEREICH DER STVZO SO OHNE einer neuen ABE für das Fahrzeug VERBOTEN !

Im einzelnen bedeutet das:
Ich kaufe ein Bauteil welches eine ABE für das Fahrzeug hat , so kann ich dieses ohne Bedenken anbauen und auch damit auf der Strasse herumfahren. Aber der Hersteller ist verpflichtet das Homologationsteil aufzuheben und für eventuelle Nachprüfungen durch das Kraftfahrt-Bundesamt bereitzuhalten. Also ist es immer möglich ein mit ABE verbautes Zubehörteil wieder zu entfernen wenn der Gesetzgeber bzw. das KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) dies verordnet. Eigene Manipulationen können so auch nachgewiesen werden und zum Erlöschen der ABE und des Versicherungschutzes führen! Also ein Zubehörteil mit ABE ist noch lange kein Freibrief und kann jederzeit von der Polizei bemängelt werden.

Ich kaufe ein Bauteil für das nur ein Materialgutachten vorliegt. Hier muß ich zu einer technischen Prüfstelle und mir den ordnungsgemäßen Anbau und die Materialfestigkeit oder Abgaswerte/Geräuschwerte bescheinigen lassen durch Eintrag im Fahrzeugbrief. Nachdem der TÜV/DEKRA Ingenieur diesen Eintrag gemacht hat - wobei er hier auch leider die zugrundeliegende ABE des entsprechenden Fahrzeuges beachten muß- muß man zur Zulassungstelle und eine neue ABE für sein Fahrzeug erlangen. Dies bedeutet eigentlich nur den geänderten Fahrzeugbrief und den alten Fahrzuegschein abzugeben und nach der Entrichtung der Bearbeitungsgebühr den geänderten Fahrzeugbrief und einen neuen Fahrzeugschein wieder zu erhalten. Nun fährt man mit einer neuen ABE basierend auf der originalen ABE und den entsprechenden technischen Änderungen mit Versicherungsschutz.

Ich baue mir selber ein Zubehörteil und möchte damit rumfahren. Hier spreche ich am besten vorher mit einem Prüfingenieur des TÜV/DEKRA ob hier eine Technische Änderung einzutragen geht. Ist dies möglich gilt obige Vorgehensweise.

Gewisse Bauteile benötigen eine ABE weil durch deren Anbau die Geräusch-und Abgaswerte und die Höchstgeschwindigkeit ändert: Vergaser Getriebeübersetzungen Endantriebe Rad/Reifen Motortuning Spoiler und Verkleidungen Auspuffsystem. Andere Bauteile benötigen eine ABE weil dadurch die passive und aktive Sicherheit beeinträchtigt werden kann: Lenker Fußrasten Bremsanlage Beleuchtung Radabdeckungen Bereifung.

Dies ist nur ein kleiner Auszug zum besseren Verständnis wenn man selber etwas an seiner Maschine ändern möchte.

Also verändere ich die Vergaser z.B. mit einem Dynojet Kit und K&N Filter erlischt die ABE weil die Abgaswerte geändert werden und sich das Ansauggeräusch ändert.
Baue ich eine andere Endübersetzung ein ändert sich ebenfalls das Abgasverhalten die Geräuschwerte und die Endgeschwindigkeit. Auch hier erlischt die ABE
Baue ich Flachschiebervergaser an erlischt die ABE weil ein komplett neues Abgas- gutachten und Geräuschgrenzwertmessung durchgeführt werden muß.
Weiterhin muß eine Leistungsmessung durchgeführt werden und die Endgeschwindigkeit neu ermittelt werden. Kosten zwischen 3000-4000 DM.

Baue ich andere Räder/Reifen an erlischt auch die ABE weil hier die Gestaltfestigkeit und die Tragfähigkeit sowie die Zulassung für die Endgeschwindigkeit geprüft werden muß. Abgaswerte usw bleiben davon meistens unberührt da es sich hier im Toleranz- bereich bewegt.
Baue ich andere Auspuffanlagen an muß eine ABE vorliegen ansonsten erlischt die ABE. Hier ist eine Einzelabnahme nötig.
Baue ich Spoiler Heckteile usw an kann sich das Fahrverhalten ändern. Auch hier erlischt die ABE und muß neu erlangt werden.
Baue ich andere Beleuchtungsteile an muß deren elektrische Schaltung Lichtstärke und Anbauort den geltenden Bestimmungen genügen. Das selbe gilt für Spiegel Rückstrahler und Hupen.
Baue ich einen anderen Tacho an muß auch dessen Funktionsfähigkeit und Anzeige- genauigkeit sowie Sichtbarkeit (Helligkeit/Dunkelheit) gewährleistet sein.
Baue ich andere Schwinge Gabel Gabelfedern Stoßdämpfer Emil Schwarz Lager usw. ein erlischt auch die ABE weil ein anderes Fahrverhalten vorliegt.
Änderungen an der Bremsanlage selbst Bremsklötze eines anderen Zulieferer müssen eine ABE haben oder eben eingetragen werden.

Dies ist nur ein kleiner Auszug der Möglichkeiten.


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